Das Ami-Setup – Shisha Rauchen für Fortgeschrittene

Für das Ami-Setup hervorragend geeignete Köpfe

Für das Ami-Setup hervorragend geeignete Köpfe

Das Ami- oder Traditionelle Setup ist eine Methode für Fortgeschrittene Shisha-Raucher um das absolute Maximum aus bestimmten Tabaksorten rauszuholen. Das schwierigere Setup belohnt auch mit langer Rauchdauer ohne dabei Unmengen an Tabak zu verbrauchen. Im Gegensatz zum Abstands-Setup handelt es sich dabei um ein Setup bei dem die Alufolie den Tabak direkt berührt. Ein richtig gutes Ami-Setup zu bauen kann aber mitunter vor Allem für Einsteiger recht kompliziert sein. Die ersten Ami-Versuche misslingen den meisten. Durchhaltevermögen zahlt sich aber am Schluss aus. Solltet ihr also neu in der Welt der Shisha sein, möchte ich euch zunächst meine Shisha Anleitung für Einsteiger ans Herz legen.

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Setup oder „Packing-Method“?
2. Funktionsweise des Ami-Setup
3. Welchen Kopf für das Ami-Setup?
4. Tabakmenge und Packtechnik
5. Die Wahl der Alufolie und Lochung
6. Die Kohle und das richtige Anrauchen
7. Fehlerquellen beseitigen

 

 

Setup oder „Packing-Method“?

 

Wenn man in der deutschen Shisha-Szene von Setup spricht meint man die Art und Weise wie ein Kopf gebaut wurde. Der „deutsche“ Setup Begriff umfasst folgende Fragen:

Welcher Kopf wird verwendet? Wie viele Lagen von welcher Alufolie werden benutzt? Wie viele Kohlen welcher Art legt man wann auf den Kopf? Wie viel Tabak in welcher Dichte verwendet man?

In den USA bezeichnet man die ganze Shisha als Setup. Dieser Begriff umfasst Alles von Bowl, über Schlauch und Mundstück bis hin zum Kopf.

Was wir hier zulande als „Setup“ bezeichnen kommt aber dem englischen Begriff „Packing-Method“ am nächsten. Das Wort „Packing“ (= dt. packen) beschreibt hier schon den wesentlichen Faktor. Es geht darum auf welche Weise und wie dicht der Tabak sich im Kopf befindet.

Bei dem klassischen Einsteiger-Setup mit Abstand zwischen Alufolie und Tabak liegt der Tabak recht voluminös im Topf. Er ist locker und gewährleistet so einen guten Durchzug.

Ganz anders muss man den Tabak in den Kopf „packen“ wenn man das Ami-Setup erreichen will.

Dazu später mehr.

 

 

Funktionsweise des Ami-Setup

 

Das Ami-Setup bildet den Gegenpol zum Abstands-Setup. Zwischen Alufolie und Tabak gibt es hier absichtlich keinen Abstand und der Tabak liegt nicht lose im Kopf sondern ist ein wenig komprimiert.

Warum schmeckt der Tabak dann nicht nach kurzer Zeit total verkohlt?

Das liegt daran, dass die höhere Tabak-Dichte dafür sorgt die Hitze durch den gesamten Tabak und nicht nur die obere Schicht weiterzuleiten. Anstatt nur den oberen Teil des Tabaks zu verbrennen leiten Tabak und Topf die Hitze weiter und ermöglichen tollen Geschmack und Rauchentwicklung bei sehr langer Rauchdauer.

 

 

Welchen Kopf für das Ami-Setup?

 

Für das Ami-Setup sind einige Köpfe besser geeignet als andere. Vor Allem flache „Phunnel-Töpfe“ eignen sich hervorragend – vor Allem für Anfänger. Man braucht nicht allzu viel Tabak und es nicht zu schwer den Tabak bei richtiger Dichte gleichmäßig zu verteilen. Hier kann ich vor Allem die „LaMar“ Produkte empfehlen.

Hervorragend eignen sich aber auch andere Köpfe die speziell dafür entwickelt worden sind. Das Hitzemanagement des „Saphire Hot Shot RT“ ist z.B.  extra darauf ausgelegt. Die Hitze verteilt sich vom breiten Rand des Kopfes aus gleichmäßig über die Kopfwände und schließlich im Tabak. Dieser Kopf ist mit Kaminaufsatz z.B. bei Shisha-Rockerz.de erhältlich. Den Aufsatz kann man später für ein Abstands-Setup verwenden. Der Kopf ist also ein wirklich guter Allrounder.

Saphire Hot Shot RT

Saphire Hot Shot RT

 

Saphire Hot Shot RT von oben

Saphire Hot Shot RT von oben

 

 

Erwerben könnt ihr den Kopf zum Beispiel hier:

 

Saphire Hot Shot RT
Saphire Hot Shot RT

 

 

Tabakmenge und Packtechnik

 

Der wahrscheinlich wichtigste Faktor beim Ami-Setup ist die Dichte die der Tabak im Kopf aufweist.
Es ist nicht wirklich möglich genaue Gramm oder Zentimeter Zahlen zu nennen die ihr dann einfach so übernehmen könnt. Das Problem sind Tabak und Kopf. Es spielt für die benötigte Menge an Tabak einfach eine wichtige Rolle wie feucht und wie fein geschnitten der Tabak ist. Genauso spielt natürlich der Kopf eine große Rolle.

Um euch das zu verdeutlichen möchte ich einmal auf zwei Töpfe vom selben Hersteller hinweisen. Es handelt sich hier einmal um die  „LaMar Tradi Bowl“ und ihre große Schwester die „LaMar Shallow Bowl“. Diese Töpfe sind bis auf die Höhe und Durchmesser exakt gleich. Der große LaMar Vertreter hat nur einen halben Zentimeter mehr Durchmesser und ist 2,5 Zentimeter höher. Beide sind nur 0,8 Zentimeter tief!

Der etwas größere Kopf braucht natürlich etwas mehr Tabak die Dichte oder der Komprimierungsfaktor bleibt allerdings gleich. Um es nochmal zu verdeutlichen: Die Tabakmenge kann variieren. Es geht darum die richtige Dichte zu erreichen. Ob ihr in eurem „Tradi Bowl“ mit 15 oder 20 Gramm raucht ist letztendlich egal. Natürlich bewegt sich das in gewissen Grenzen. Wenn ihr 100 Gramm in diesen Kopf füllt werdet ihr natürlich keine guten Ergebnisse erzielen.

Die richtige Dichte ist weder fest in den Kopf gestopft noch liegt sie locker darin. Es ist eben, wie so oft im Leben, ein Mittelweg den ihr selbst herausfinden müsst. Unzählige Anleitungen und YouTube-Tutorials können euch dabei helfen – ausprobieren müsst ihr dann aber selbst! Mathematik kann man auch nicht erlernen wenn man über sie liest. Man muss sie anwenden.

Zu Beginn müsst ihr den Tabak etwas durchmischen so, dass ihr eine relativ homogene Masse mit gleich großen Tabak Stücken habt. Dann lasst ihr euren Tabak in den Kopf fallen bis er etwas über den Rand steht. Je feiner der Tabak ist desto weniger sollte er über den Rand stehen. Das hat vor Allem mit der Dichte zu tun.

 

Hier ein kleines Beispiel zur Anschaulichkeit:

 

Stellt euch vor ihr füllt einen großen Glaszylinder mit Fußbällen. Und einen weiteren identischen Zylinder mit Tennisbällen. Die Fußbälle stellen den grob geschnittenen Tabak dar. Die Tennisbälle den fein-schnittigen Tabak. Der volle Fußball-Zylinder enthält noch viel Luft zwischen den Fußbällen. Deshalb muss noch eine größere Menge an Fußbällen bzw. Tabak oben überstehen um diese Luftlöcher zu füllen.

Die vielen kleinen Tennisbälle hingegen haben weniger Luftzwischenräume und es müssen deshalb weniger über den Rand stehen um die Löcher zu füllen.

Das führt uns auch gleich weiter. Ich habe oben ja schon öfter erwähnt, dass es extrem wichtig ist die richtige Dichte zu erreichen. Nehmt nun eine Gabel oder einen anderen länglichen Gegenstand und greift ihn ganz am Ende. So könnt ihr gewährleisten, dass ihr den Tabak nicht zu fest in den Kopf presst.

Streicht mit der Gabel nun sanft über den Tabak und komprimiert den Tabak so. Wenn der Tabak nach dem darüber streichen sanft „hochfedert“ macht ihr es richtig. Wenn ihr den Tabak soweit komprimiert habt, solltet ihr überprüfen ob ihr irgendwo Löcher auffüllen müsst. Achtung: Vor Allem am Rand muss genügend Tabak platziert sein da sonst zu viel Luft angezogen wird und die Wärmeverteilung im Kopf nicht mehr gegeben ist. Bei einem fertigen Kopf sollte der Tabak ein paar Millimeter überstehen.

 

 

Die Wahl der Alufolie und Lochung

 

Euer Kopf liegt wunderbar mit Tabak gefüllt vor euch. Jetzt geht es darum die richtige Alufolie zu wählen. Bei dem Ami-Setup liegt die Alufolie direkt auf dem Tabak und ist somit der einzige Hitzeschutz den der Tabak erhält.

Deshalb müssen wir etwas mehr bzw. etwas dickere Alufolie verwenden. Hier bietet sich z.B. sehr gut Panzeralufolie an. Sie ist 40 mµ stark und damit viermal so dick wie gewöhnliche Haushaltsfolie. Alternativ könnt ihr auch 2-3 Lagen normale Haushaltsalufolie verwenden.

Nun legt ihr die Alufolie oben auf den Kopf und spannt sie gründlich darüber. Achtet darauf, dass ihr möglichst gut abdichtet. Dazu könnt ihr mit dem Daumen am Rand entlang fahren und die Folie von oben nach unten über den Rand drücken während ihr die Alufolie auf der anderen Seite des Kopfes festhaltet. Der Tabak darf beim aufspannen allerdings nicht versehentlich zu weit in den Kopf gepresst werden.

Kommen wir nun zu der Lochung. Anders als beim Abstands-Setup, wo wir viele kleine Löcher stechen, verwenden wir beim Ami-Setup nicht ganz so viele Löcher. Dafür dürfen diese ruhig etwas größer sein. Ein Zahnstocher oder Ähnliches leistet hier gute Dienste. Beginnt außen und wandert kreisförmig in die Mitte bis die ganze Alufolie gelocht ist. Wenn ihr einen „Phunnel“ (Einlochkopf) verwendet lasst ihr die Stelle wo sich das Loch befindet frei.

Am Schluss könnt ihr noch testen ob der Durchzug eures Kopfes in Ordnung ist. Dreht den fertigen bereits bespannten Kopf um und pustet (nicht zu fest!) hinein. Ist nur ein leichter Widerstand zu spüren so ist der Durchzug auch später beim Rauchen in Ordnung. Die Alufolie darf sich hierbei nicht wölben.

 

 

Die Kohle und das richtige Anrauchen

 

Das Ami-Setup wird euch ohne Naturkohlen nicht gelingen. Gute Ergebnisse könnt ihr auf alle Fälle mit „Tom Cocobrico Kohlen“ erzielen. In letzter Zeit verwende ich aber vor allem  sehr gerne die Starbuzz Cocobuzz 2.0 Naturkohlen.  Die drei Kilo Packung hat hier das beste Preis- Leistungsverhältnis:

Starbuzz Cocobuzz 2.0 Naturkohle 3kg

Starbuzz Cocobuzz 2.0 Naturkohle

 

Auch mit „Bamboocha Kohlen“ solltet ihr keine Probleme haben. Lasst drei Kohlen gut durchglühen bis sie ihr maximales Hitzepotential entfalten. Anschließend legt ihr zwei der drei Kohlen einander gegenüber auf den Rand des Kopfes.

Hier funktioniert das „Hitzemanagement“ verschiedener Köpfe teilweise sehr unterschiedlich. Der „Saphire Hot Shot RT“ hat einen sehr breiten Wand und dicke Wände. So wird die Hitze auch von den Seiten gleichmäßig an den Tabak abgegeben. Die beiden „Phunnel“ Töpfe von „LaMar“ die ich weiter oben bereits erwähnt habe, regeln die gleichmäßige Hitzeverteilung anders. Sie sind sehr flach und großflächig. So liegt die Kohle auf einem Großteil des Tabaks direkt auf und die Hitze kann perfekt zirkulieren.

Nachdem ihr die Kohle etwa fünf Minuten auf eurem Tabak gelassen habt, sollte sich der Kopf gleichmäßig aufgeheizt haben und ihr könnt beginnen zu rauchen. Wenn der Geschmack passt aber die Rauchentwicklung noch besser sein könnte, solltet ihr nach einigen weiteren Minuten die dritte Kohle auflegen und eure drei Kohlen im Atom formieren. Lässt der Geschmack nach einiger Zeit langsam nach solltet ihr die Kohlen versetz auflegen.  Die drei Zwischenräume bei euren Kohlen sollten dann belegt sein und die Stellen an denen die Kohlen waren sollten dann frei sei. Alternativ könnt ihr eure Kohlen vom Rand auch etwas mehr zur Mitte des Kopfes hinbewegen wenn ihr merkt, dass Geschmack oder Rauchentwicklung nachlassen.

 

 

Fehlerquellen beseitigen

 

Hier möchte ich gerne „Pinky“ aus dem shisha-forum.de danken. Er hat eine sehr gute „Tabakskala“ erstellt um Leuten zu helfen die mit dem Ami-Setup, bzw. der richtigen Menge/Dichte des Tabaks Probleme haben.

 

Die Tabakskala:

 

Stufe „-2“ Viel zu wenig Tabak: Die Rauchentwicklung ist schlecht. Der Geschmack ist schwach. Erhöhung der Hitze führt zum Anbrennen des Tabaks. Die Shisha schmeckt nach Kohle.

Stufe „-1“ Zu wenig Tabak: Viel Rauch aber der Tabak brennt an. Weniger Hitze führt zu besserem Geschmack aber auf Kosten der Rauchentwicklung. Mehr Kohlen führen zum anbrennen des Tabaks.

Stufe „0“ Perfekte Menge: Rauchmenge und Geschmack sind perfekt. Lange Rauchdauer kann auch durch das Auflegen von mehr Kohle verlängert werden.

Stufe „+1“ ein wenig zu viel Tabak: Keine perfekte Rauchentwicklung. Sehr guter Geschmack. Mehr Hitze kann bei der Rauchentwicklung helfen.

Stufe „+2“ deutlich zu viel Tabak: Zu wenig Rauch. Unzureichender Geschmack. Mehr Hitze verdirbt den Tabak. Er brennt an und die Molasse kocht teilweise über.

Quelle: YouTube-Channel: KashmirHans („Pinky“ bei shisha-forum.de)

 

Sollte der Durchzug eures „Ami-Setups“ schlechter werden, so könnt ihr mit einem Zahnstocher in eines der Löcher und die Alufolie sanft, etwas vom Tabak „weghebeln“.

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