Die Geschichte der Shisha

Etymologie

Shisha CaféIm Deutschen sind heute mehrere Begriffe für die Wasserpfeife gebräuchlich. Der wohl am häufigsten verwendete Begriff in Europa lautet Shisha. Aber woher stammt dieser Begriff eigentlich? Das persische Wort „shishe“ bedeutet Glas und das türkische Wort „sise“ bedeutet Flasche und bezeichnet in manchen Dialekten entweder die ganze Shisha oder nur die Bowl. Shisha und Wasserpfeife sind die Bezeichnungen die im deutschsprachigen Raum am häufigsten verwendet werden. Hin und wieder begegnet einem auch der Begriff Nargilem der sich von „nargile“ ableitet. Der Begriff bezeichnet eine Kokosnuss, die in der frühen indischen Wasserpfeife als Bowl diente. Im Sudan nennt man die Shisha auch gerne „goza“ was so viel wie Nuss bedeutet. Die zahlreichen unterschiedlichen Namen geben Aufschluss von welchem Teil der Erde und in welcher Vielfalt die Wasserpfeife sich verbreitet hat.

 

 

Herkunft und Geschichte

 

Natürlich hat sich die Shisha nicht in einem Tag zu dem Entwickelt was man heute in Shisha-Cafés finden kann. Tabak und Rauchgerät haben eine lange Geschichte und in den letzten 500 Jahren hat es einige Veränderungen gegeben. Die Shisha oder auch türkisch Nargilem ist eine Wasserpfeife deren Ursprünge bis in das Ägypten des 16. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können. Manche Quellen vermuten die ersten Ursprünge der Shisha sogar noch früher in Indien wo man die Shisha heute „huka“ nennt.

Dieser Begriff wurde ins Englische adaptiert und findet hauptsächlich in den USA als „Hookah“ Anwendung. In Indien sollen die ersten Wasserpfeifen aus einer Kokosnuss als Bowl und einem Bambusstock als Rauchsäule entstanden sein. Als Schlauch wurden Strohhalme und sehr dünne Bambusstöcke verwendet. In dieser frühen Version der Shisha wurden tatsächlich noch ganze Tabakblätter geraucht die man zuvor leicht mit Wasser anfeuchtete. Die Kohle wurde einfach direkt auf den Tabak gelegt.

Vom heutigen Iran aus kam die Shisha schnell in weite Teile der arabischen Welt und verbreitete sich in Nordafrika (Ägypten und Tunesien) und vor Allem im Osmanischen Reich. Es gilt als belegt, dass der hedonistisch veranlagte Sultan Ahmed I. im Jahre 1603 das Shisha Rauchen in der heutigen Türkei einführte. Allerdings hatte die Wasserpfeife im Osmanischen Reich nicht immer einen so guten Stand.

Einige Nachfolger von Ahmed I. darunter Murad IV. ließen das Shisha rauchen sogar unter Todesstrafe verbieten. Für ihn war die Wasserpfeife ein lasterhaftes Werkzeug. Doch auch diese zeitweisen Rückschläge konnten den Vormarsch der Shisha nicht aufhalten. So gilt in der arabischen Welt gilt das gemeinsame Rauchen der Shisha als gastfreundliche Geste und soziale Institution. Traditionell wird das Rauchen der Wasserpfeife dort mit Tee und anderen türkischen Spezialitäten im Freundeskreis zelebriert.

Cup of turkish tea and hookah served in traditional style Der Tee dient hier vor Allem zur Neutralisierung der Geschmacksnerven um mit jedem Zug an der Wasserpfeife wieder den vollen Geschmack genießen zu können. Mit der Aufnahme der Shisha in das arabische Kulturgut entwickelten sich auch einige Benimmregeln die sehr ernst genommen wurden und zuweilen sogar zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen konnten. So war es z.B. ein Zeichen von fehlendem Respekt seine Wasserpfeife auf einer höheren Position aufzubauen als die bereits in der Runde befindlichen.

Einige dieser Regeln findet ihr in dem Artikel „Allgemeine Tipps & Tricks“. Die Wasserpfeife an sich war ein wertvoller Gegenstand und wurde von Generation zu Generation innerhalb der Familie weitergegeben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts litt die Beliebtheit der Shisha stark. Sie war nicht mehr Symbol der Geselligkeit und Gemütlichkeit sondern galt als antiquiert und Rauchgerät der konservativen alten Generation. In den letzten 20 Jahren nahm die Beliebtheit allerdings wieder stark zu und so verbreitete sich die Shisha gegen Ende des 20. Jahrhunderts auch in der westlichen Welt. In Deutschland findet man heute in fast allen Tabakgeschäften verschiedene Wasserpfeifen und den dazugehörigen Tabak.

Es gibt auch Läden die sich ausschließlich auf den Verkauf von Wasserpfeifen und Zubehör spezialisiert haben. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche „Shisha-Cafés“ und Bars in denen man Wasserpfeifen mit verschiedenen Tabaksorten und andere orientalische Spezialitäten genießen kann. Recht ähnlich der arabischen Welt wird die Shisha auch in Deutschland für gesellige und soziale Ereignisse verwendet. Mittlerweile hat die Shisha einen Weg in die deutsche Jugendkultur gefunden. Die Wasserpfeife wird für gemeinschaftliche Runden beim Baden oder auf Partys verwendet und gilt als „chillige“ Freizeittätigkeit.

Eine Studie des BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) hat ergeben das 14 Prozent der deutschen Jugendlichen mindestens einmal im Monat Wasserpfeife rauchen.#

 

 

Der Tabak im Wandel

 

Ursprünglich wurden    wie bereits erwähnt ganze Tabakblätter geraucht. Diese Form des Tabaks nennt man Tömbeki-Tabak. Zum Anfeuchten wurde der Tabak über Nacht auf den Erdboden gelegt damit der Morgentau ihn feucht-kühl werden ließ. Der meist sehr würzige Tabak musste genau den richtigen Anteil an Tau enthalten um ein optimales Raucherlebnis zu schaffen.
Heute wird Tabak geraucht der aus einer Mischung aus Aromastoffen, Glycerin und klein-geschnittenen Tabakblätter besteht. Erste Formen des modernen Tabaks wurden Erstmals im Ägypten des 19. Jahrhunderts geraucht. Zu dieser Zeit war Tabak sehr teuer und die ärmeren Gesellschaftsschichten konnten sich den Luxus des Shisha-Rauchens meist nicht leisten. Um genauso wie die Reichen und Mächtigen rauchen zu können versuchten sie den Tabak zu strecken ohne dabei die erzeugte Menge an Rauch zu verringern. Dazu stellten sie die ersten Arten der Melasse aus einem flüssigen Honiggemisch her. Heute besteht Melasse vorwiegend aus Glyzerin und verschiedenen Aromastoffen. Eine neutrale Variante der mordenen Mischung findet ihr hier:


Mola Mix – Neutral 100ml – Shisha Tabak Molasse Melasse
1917 wurde diese Idee erstmals industriell von der Firma Nakhla verarbeitet. Nakhla Tabak ist noch heute überall auf der Welt erhältlich und wird meist mit Einsteigermodellen der Wasserpfeife verkauft. In deutschen Tabakgeschäften findet sich meistens diese Marke.
Bald wurde auch die Möglichkeit entdeckt den Tabak mit verschiedenen Aromastoffen zu verfeinern und ihm beispielsweise Fruchtnoten zu verleihen. Der ursprüngliche Tömbeki-Tabak findet sich nur noch selten. Einige Nomadenstämme und traditionelle Kaffeehäuser verwenden ihn trotzdem noch heute.
Wie um alle Entstehungsgeschichten die nicht genau dokumentiert sind ranken sich auch um die Erfindung des aromatisierten Tabaks Anekdoten und Legenden. Eine von ihnen besagt, dass ein Ägypter versehentlich beim Essen etwas Sirup auf den Kopf seiner Wasserpfeife tropfen ließ und dabei den hervorragenden Geschmack entdeckte.

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